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Mathe-Ratgeber

Zehnerübergang üben: So klappt 8 + 7 sicher

Zehnerübergang in Klasse 1 verständlich erklärt: mit Zerlegen und Ergänzen zum Zehner, Material, Beispielaufgaben und typischen Stolpersteinen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Beim Zehnerübergang wird erst zum Zehner ergänzt und dann der Rest addiert.
  • Sichere Zehnerfreunde sind die wichtigste Voraussetzung.
  • Ein Zwanzigerfeld macht das Zerlegen sichtbar und verhindert reines Fingerzählen.
  • Drei kurze Übungstage mit wenigen Aufgaben wirken besser als eine lange Übungsstunde.
Inhalt dieses Ratgebers
  1. Was ist der Zehnerübergang?
  2. Die Grundidee: erst zum Zehner, dann den Rest
  3. Schritt 1: Zehnerfreunde sicher können
  4. Schritt 2: Mit Material sichtbar machen
  5. Schritt 3: Aufgaben in Schritten sprechen
  6. Schritt 4: Übertragen auf größere Zahlen
  7. Typische Stolpersteine
  8. Ein Übungsplan für drei Tage
  9. Wo Recheneule helfen kann

Was ist der Zehnerübergang?

Von einem Zehnerübergang spricht man, wenn das Ergebnis einer Rechnung über die Zehn hinausgeht oder unter sie fällt, zum Beispiel bei 8 + 5 = 13 oder 13 − 5 = 8. Kinder lernen ihn meist in der ersten Klasse im Zahlenraum bis 20. Er ist der erste Schritt, bei dem Rechnen mehr wird als Weiterzählen, und er bildet die Grundlage für alles, was danach im Zahlenraum bis 100 folgt.

Viele Kinder helfen sich anfangs mit den Fingern. Das ist völlig normal und kein Zeichen für ein Problem. Ziel ist, dass sie mit der Zeit eine Strategie entwickeln, die schneller und sicherer ist als Zählen.

Die Grundidee: erst zum Zehner, dann den Rest

Die wichtigste Strategie heißt: erst zur Zehn ergänzen, dann den Rest dazugeben.

Bei 8 + 5 fehlen 2 bis zur Zehn. Also wird die 5 in 2 und 3 zerlegt. Erst 8 + 2 = 10, dann 10 + 3 = 13. Bei der Subtraktion läuft es umgekehrt: Bei 13 − 5 geht es erst 3 zurück bis zur Zehn und dann noch 2 weiter, also 10 − 2 = 8.

Das klingt nach vielen Schritten, wird aber sehr schnell zur Gewohnheit, wenn die Bausteine sitzen.

Schritt 1: Zehnerfreunde sicher können

Ohne Zehnerfreunde geht nichts. Gemeint sind alle Paare, die zusammen 10 ergeben: 1 und 9, 2 und 8, 3 und 7, 4 und 6, 5 und 5. Üben Sie diese zuerst und in beide Richtungen: „Ich habe 6, wie viele fehlen bis 10?“ Ein Kartenspiel eignet sich gut: Beide Spieler decken eine Karte auf, wer den Zehnerfreund zuerst nennt, bekommt die Karte.

Schritt 2: Mit Material sichtbar machen

Ein Zwanzigerfeld besteht aus zwei Zeilen mit je zehn Feldern. Legen Sie 8 Plättchen in die obere Zeile und fragen Sie: „Wie viele fehlen, bis die Zeile voll ist?“ Dann legen Sie die restlichen Plättchen in die zweite Zeile. Ihr Kind sieht: Zwei Plättchen füllen die Zeile, drei bleiben übrig. Aus Handeln wird Verstehen. Eine Eierschachtel mit zehn Mulden, Münzen oder Legosteine tun es ebenso.

Schritt 3: Aufgaben in Schritten sprechen

Lassen Sie Ihr Kind laut sagen, was es tut: „Ich brauche 2 bis zur Zehn, dann bleiben 3.“ Das Sprechen macht die Strategie greifbar und zeigt Ihnen, wo es hakt. Schreiben Sie die Zwischenschritte am Anfang ruhig auf, später reicht das Sprechen.

Schritt 4: Übertragen auf größere Zahlen

Wenn 8 + 7 sitzt, wählen Sie 18 + 7 und 28 + 7. Fragen Sie: „Was fällt dir auf?“ Die Kinder merken, dass dieselbe Idee immer wieder funktioniert. Dieser Transfer ist der eigentliche Lernerfolg und bereitet das Rechnen im Zahlenraum bis 100 vor.

Typische Stolpersteine

  • Verzählen um eins. Wer in Einerschritten zählt, verzählt sich leicht. Das ist ein Hinweis, mit Material und Zerlegen weiterzuarbeiten.
  • Falsche Zerlegung. Aus 8 + 5 wird 8 + 3 + 2, weil das Kind die 5 falsch geteilt hat. Ein Blick auf das Zwanzigerfeld hilft.
  • Subtraktion ist schwerer. Das ist normal. Üben Sie sie später und mit Umkehraufgaben: Wenn 8 + 5 = 13 ist, was ist dann 13 − 5?
  • Frust nach vielen Aufgaben. Bleiben Sie bei wenigen Aufgaben und hören Sie auf, solange es noch gut läuft.

Wenn Ihr Kind über längere Zeit trotz regelmäßigen, ruhigen Übens nicht vorankommt, sprechen Sie mit der Lehrkraft. Sie kennt die Situation im Unterricht und kann gezielt beraten.

Ein Übungsplan für drei Tage

Tag 1: Zehnerfreunde mit Karten oder Zwanzigerfeld, etwa fünf Minuten. Tag 2: Zur Zehn ergänzen: 7 + ? = 10, 9 + ? = 10, und danach 6 bis 8 Aufgaben wie 9 + 4. Tag 3: Kleine Mischung aus Zehnerfreunden, Zehnerübergang und ein bis zwei Subtraktionsaufgaben.

Bleiben Sie bei zehn Minuten. Danach ist eine Pause besser als eine weitere Runde.

Wo Recheneule helfen kann

Recheneule bietet für Klasse 1 Aufgaben im Zahlenraum bis 20 in kurzen Spielrunden, ohne Werbung und ohne Konto. Die App ersetzt das Gespräch über den Lösungsweg nicht, eignet sich aber für die kurze Wiederholung zwischendurch. Mehr dazu auf der Recheneule-Seite.

Direkt ausprobieren

  • Zehnerfreunde: 10 = 3 + 7. Wie viele fehlen zu 10, wenn ich 6 habe?
  • 8 + 5: erst 2 dazu bis 10, dann die restlichen 3: 10 + 3 = 13.
  • 13 − 5: erst 3 weg bis 10, dann noch 2: 10 − 2 = 8.
  • Übertrag auf größere Zahlen: 8 + 7, 18 + 7, 28 + 7.

Quellen und weiterführende Links