Diese Seite gibt es auch auf Deutsch. Auf Deutsch lesen

This page is also available in English. Read in English

Mathe-Ratgeber

Mathe-App für die Grundschule: Worauf Eltern achten sollten

Checkliste für Eltern: Werbung, Datenschutz, Kosten, Offline-Nutzung und Lernqualität. So erkennen Sie eine gute Mathe-App für Klasse 1 bis 4.

Das Wichtigste in Kürze

  • Werbung, versteckte Kosten und Zwang zur Anmeldung sind die häufigsten Ärgernisse bei Lern-Apps.
  • Eine gute Mathe-App erklärt Fehler und passt den Zahlenraum zur Klassenstufe an.
  • Im Play Store zeigt der Abschnitt Datensicherheit, welche Daten eine App erhebt.
  • Zehn Minuten Ausprobieren vor dem Kauf zeigen mehr als jede Bewertung.
Inhalt dieses Ratgebers
  1. 1. Wie viel Werbung gibt es?
  2. 2. Was kostet es wirklich?
  3. 3. Wie geht die App mit Daten um?
  4. 4. Funktioniert sie offline?
  5. 5. Passt der Inhalt zur Klassenstufe?
  6. 6. Werden Fehler erklärt?
  7. 7. Wird Druck aufgebaut?
  8. 8. Können Sie als Elternteil den Fortschritt sehen?
  9. Sind kostenlose Apps automatisch schlechter?
  10. Der Zehn-Minuten-Test
  11. Wie schneidet Recheneule ab?

Offenlegung: Wir entwickeln mit Recheneule selbst eine Mathe-App. Die folgende Checkliste ist trotzdem so geschrieben, dass sie für jede App funktioniert, auch für unsere. Am Ende zeigen wir, wie Recheneule bei den Punkten abschneidet, damit Sie es einordnen können.

1. Wie viel Werbung gibt es?

Banner, Videos zwischen den Aufgaben und „Belohnungen“ für das Ansehen von Werbung unterbrechen die Konzentration, und Kinder klicken leicht auf Falsches. Prüfen Sie beim Ausprobieren, ob und wie oft Werbung erscheint. Kostenlos bedeutet bei Apps oft: durch Werbung finanziert.

2. Was kostet es wirklich?

Seriöse Apps sagen klar, was gratis ist und was nicht. Achten Sie auf Unterschiede zwischen Einmalkauf und Abonnement und darauf, ob Käufe im Spiel versteckt sind. Aktivieren Sie im Play Store die Bestätigung für Käufe, damit Kinder nicht versehentlich etwas kaufen.

3. Wie geht die App mit Daten um?

Braucht die App ein Konto oder eine E-Mail-Adresse? Für eine Mathe-Übung ist das selten nötig. Im Play Store finden Sie im Abschnitt „Datensicherheit“, welche Daten erhoben und weitergegeben werden. Lesen Sie außerdem die Datenschutzerklärung der App. Je weniger Daten Kinder-Apps erheben, desto besser.

4. Funktioniert sie offline?

Eine App, die ohne Internet läuft, funktioniert im Zug, im Urlaub und im Wartezimmer und schickt nebenbei weniger Daten irgendwohin.

5. Passt der Inhalt zur Klassenstufe?

Der Zahlenraum sollte zur Klasse passen, und die Aufgabenarten sollten zu dem passen, was gerade im Unterricht dran ist. Für die erste Klasse sind zum Beispiel Aufgaben im Zahlenraum bis 20 sinnvoll, für die zweite Klasse Aufgaben bis 100 mit dem Einmaleins. Fragen Sie die Lehrkraft nach dem aktuellen Stand.

6. Werden Fehler erklärt?

Eine gute App sagt nicht nur „falsch“, sondern zeigt den richtigen Weg und lässt das Kind erneut probieren. Achten Sie darauf, ob Aufgaben verständlich formuliert sind und ob das Kind die Regeln versteht.

7. Wird Druck aufgebaut?

Zeitlimits, verlorene Serien und Belohnungen, die verschwinden, wenn man einen Tag auslässt, erzeugen Druck. Ein Timer kann einzelne Spielmodi spannend machen, sollte aber nicht überall sein. Gutes Üben fühlt sich ruhig an. Wie Sie Übungen ohne Druck gestalten, lesen Sie im Ratgeber Üben ohne Druck.

8. Können Sie als Elternteil den Fortschritt sehen?

Eine übersichtliche Statistik, welche Aufgaben gut laufen und wo es hakt, hilft beim Gespräch mit dem Kind, ohne dass Sie kontrollieren müssen.

Sind kostenlose Apps automatisch schlechter?

Nein, und teure sind nicht automatisch besser. Entscheidend ist, wie sich die App finanziert und ob sie Kinder zu etwas drängt. Eine kostenlose App ohne Werbung und ohne Datensammlung kann sehr gut sein, eine kostenpflichtige mit versteckten Käufen sehr schlecht.

Der Zehn-Minuten-Test

Bevor Ihr Kind eine neue App nutzt, probieren Sie sie selbst zehn Minuten aus. Beantworten Sie dabei die acht Fragen oben. Schauen Sie außerdem, ob Sie leicht aus der App herauskommen: Gibt es einen klaren „Zurück“- oder „Beenden“-Knopf, oder wird man festgehalten?

Wie schneidet Recheneule ab?

So beantworten wir die Punkte für Recheneule:

  • Werbung: keine. Die App zeigt keine Werbung.
  • Kosten: Die App lässt sich kostenlos installieren, die Vollversion kann optional im Play Store freigeschaltet werden. RevenueCat verarbeitet dafür technische Kaufdaten.
  • Daten: kein Konto, Fortschritt bleibt auf dem Gerät. Die Details stehen in der Datenschutzerklärung.
  • Offline: ja.
  • Klassenstufe: Klasse 1 bis 4, mit Zahlenräumen von 20 bis 10 000 und Aufgaben zu Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division.

Mehr dazu auf der Recheneule-Seite.

Direkt ausprobieren

  • Öffnen Sie die App selbst und rechnen Sie zehn Minuten, bevor Ihr Kind sie bekommt.
  • Prüfen Sie im Play Store den Abschnitt „Datensicherheit“ und die Angaben zu In-App-Käufen.
  • Fragen Sie die Lehrkraft, mit welchem Zahlenraum und welchen Verfahren die Klasse arbeitet.
  • Aktivieren Sie im Play Store die Bestätigung für Käufe.

Quellen und weiterführende Links